Einkaufsratgeber

 

 

Weitere Informationen zur DGUV-R 105-003 finden Sie HIER.

 

 

Entscheidungshilfen vor der Beschaffung von Schutzkleidung




Zertifiziert nach DGUV-R 105-003


2016 wurde die GUV-R 2106 durch die jetzt gültige DGUV-R 105-003 abgelöst. Auch wenn PSA, die noch nach alter GUV-R 2106 zertifiziert ist, bis zum Ablauf des jeweiligen Zertifikates weiter Gültigkeit besitzt, sollten Sie, in Respekt vor der Größe Ihrer Organisation, jetzt schon darauf achten, dass neue PSA auch nach der aktuellsten Fassung der DGUV-R 105-003 zertifiziert ist. Dies können Sie schon auf den Deckblättern der Baumusterprüfbescheinigung ersehen.

Legen Sie Wert darauf, dass Ihre Schutzjacken die Anforderungen der DGUV-R 105-003 vollumfänglich erfüllen und berücksichtigen. Diese besteht für PSA für den Rettungsdienst aus 4 bzw. 5 nachweispflichtigen Normen, die neutral getestet und bestätigt sein müssen (Nässeschutz, Warnschutz, definiertes Brennverhalten, desinfizierend waschbar und Schutz gegen kühle Umgebung).


Warnschutz nach DIN EN ISO 20471 Klasse 3


Die DGUV-R 105-003 schreibt bei Einsätzen im Straßenverkehr ab 60 km/h Warnschutzkleidung nach ISO 20471 in der höchsten Warnklasse 3 vor. Achten Sie daher darauf, dass angebotene Schutzjacken alleine schon die Warnklasse 3 erfüllen bis herunter zur kleinsten Größen (Bei uns i.d.R. 3XS).

Wichtig: Wenn Jacken alleine nur die Warnklasse 2 erfüllen, kann man das kompensieren, indem die eingesetzte Hose die Warnklasse 1, besser aber die Warnklasse 2 erfüllt. Damit der Anzug (also Jacke und Hose) aber auch in der Addition die Warnklasse 3 erfüllt, muss ein Zertifikat vorgelegt werden können, aus dem hervorgeht, dass Jacke und Hose als Anzug zertifiziert worden sind. Einzelne Zertifikate von Jacke und Hose reichen hier nicht aus! Das kann natürlich entfallen, wenn die Jacke alleine bis zur kleinsten Größe die Warnklasse 3 erfüllt.

Bis zu welcher Größe welche Warnklasse erfüllt ist können Sie im Zertifikats- oder Untersuchungsbericht nachlesen. Auf dem Zertifikatsdeckblatt steht das leider meistens nicht drauf.

Optionales isolierendes Wärmefutter

Gemäß DGUV-R 105-003 muss ein optionales Wärmefutter zertifiziert sein nach EN 14058 – Schutzkleidung gegen kühle Umgebung. Legen Sie Wert darauf, dass angebotene Thermo-Steppfutter, Fleecejacken o.ä. über eine entsprechende Zertifizierung verfügen, idealerweise in der höchsten Klasse 3.

Langfristig wasserdichte Verschweißung

Prüfen Sie während und nach Ihrem Trage- und Waschtest regelmäßig, ob die Schweißnähte in der Schutzjacke noch fest mit der Membrane verschweißt (verklebt) sind. Lösen sich Schweißnähte, oder fallen gar ganz herunter, erfüllt die Schutzjacke nicht mehr den Schutz gegen klimatische Einwirkungen gem. EN 343. Und wenn Wasser im Bereich der Nähte durchdringen kann, können auch andere Flüssigkeiten durchdringen.

Dauerhaft desinfizierend waschbar

Achten Sie darauf, dass angebotene Schutzjacken, Hosen etc. desinfizierend waschbar sind gem. EN 15797 Verfahren 2. Wichtig ist das Verfahren 2. Oftmals wird Bekleidung angeboten die zwar nach EN 15797 getestet ist, aber dann nach Verfahren 8. Verfahren 8 ist die normale industrielle Wäsche. Erst das Verfahren 2 gewährleistet, dass es auch für die desinfizierende Wäsche nach RKI geeignet ist.

Wichtig zu wissen: Um eine Zertifizierung nach DGUV-R 105-003 zu erhalten, wird innerhalb der Zertifizierung lediglich 5 x gewaschen. Fordern Sie daher, im Hinblick auf die wirtschaftliche Bewertung der Schutzkleidung (Jacken UND Hosen), neutrale Nachweise von einem Prüfinstitut, dass die Bekleidung idealerweise 50 x desinfizierend nach ISO 15797 Verfahren 2 gewaschen und getrocknet wurde und hiernach noch alle Schutzeigenschaften erhalten geblieben sind. Tipp: Untersuchungsberichte von Hohenstein und dem STFI haben hier eine hohe Aussagekraft, da das Waschverfahren ISO 15797 Verfahren 2 schon sehr Deutschland spezifisch ist und ausländische Prüfinstitute sich hier oftmals schwer tun und gerne nur das Verfahren 8 testen.

SoftShelljacken mit integrierter Membrane

Achten Sie darauf, dass zur Schutzjacke korrespondierende SoftShelljacken immer auch über eine integrierte Membrane verfügen, da der Träger nur so dauerhaft vor Wind geschützt wird und zudem so auch eine zusätzliche Schutzschicht in der Jacke verbaut ist, die Flüssigkeiten nicht ungehindert auf die Haut das Trägers dringen lässt.

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